Ratgeber
Riester-Rente ins Altersvorsorgedepot übertragen: Deine Optionen im Überblick
Rund 15 Millionen Riester-Verträge gibt es noch in Deutschland – und Millionen Sparer stellen sich gerade dieselbe Frage: Was mache ich mit meinem Vertrag, wenn 2027 das Altersvorsorgedepot kommt? Die gute Nachricht vorweg: Es gibt keinen Zeitdruck und keine automatische Umwandlung. Dein Riester-Vertrag läuft unverändert weiter, bis du dich entscheidest. Aber entscheiden solltest du dich bewusst – denn die Unterschiede zwischen den Optionen sind über die Jahre viel Geld wert.
Option 1: Riester einfach weiterlaufen lassen
Bestandsverträge behalten ihre Förderung – du bekommst weiter Zulagen und Steuervorteile nach den alten Regeln. Das kann sinnvoll sein, wenn dein Vertrag geringe Kosten hat, du kurz vor der Rente stehst oder einen Wohn-Riester nutzt. Der Haken: Die 100-Prozent-Beitragsgarantie zwingt deinen Anbieter weiterhin in renditearme Anlagen – bei langen Restlaufzeiten kostet dich genau das die Rendite, die das neue Depot bieten könnte.
Option 2: Beitragsfrei stellen
Du zahlst nichts mehr ein, der Vertrag bleibt bestehen. Das Guthaben liegt weiter beim alten Anbieter, neue Zulagen gibt es ohne Eigenbeiträge aber nicht mehr. Diese Option ist oft nur ein Parkplatz – sinnvoll, wenn du dir die Übertragung fürs neue Jahr aufheben willst, ohne weiter in einen teuren Vertrag einzuzahlen.
Option 3: Ab 2027 ins Altersvorsorgedepot übertragen
Der spannendste Weg für die meisten: Du überträgst dein Riester-Guthaben förderunschädlich in ein Altersvorsorgedepot – alle bisherigen Zulagen und Steuervorteile bleiben erhalten, und dein Kapital kann endlich ohne Garantie-Korsett in ETFs arbeiten. Ab dem Wechsel gelten die neuen Regeln: bis zu 540 € Grundzulage, 300 € je Kind (alle Details im großen AVD-Überblick).
Worauf du bei der Übertragung achten solltest:
- Wechselkosten des alten Anbieters: Manche Verträge sehen Gebühren für die Übertragung vor – vorher in den Bedingungen nachsehen oder beim Anbieter anfragen.
- Garantieverlust: Im neuen Depot gibt es standardmäßig keine Beitragsgarantie mehr. Bei langem Anlagehorizont ist das verkraftbar, kurz vor der Rente kann es riskant sein.
- Verrechnete Abschlusskosten: Bei Versicherungs-Riestern sind die Abschlusskosten der ersten Jahre meist verloren – sie sind aber auch beim Weiterlaufen schon bezahlt. Entscheidend ist der Blick nach vorn, nicht zurück.
- Timing: Die Übertragung ist erst möglich, wenn die AVD-Anbieter ab 2027 live sind. Bis dahin: Unterlagen sammeln, Kosten prüfen, Plan machen.
Option 4: Kündigen – meist die schlechteste Wahl
Bei einer Kündigung musst du sämtliche erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen (förderschädliche Verwendung) – oft bleibt vom Rückkaufswert erschreckend wenig übrig. Seit die förderunschädliche Übertragung ins AVD möglich ist, gibt es kaum noch ein Szenario, in dem die Kündigung die beste Option ist. Wenn du mit deinem Riester unzufrieden bist: übertragen statt kündigen.
Für wen lohnt sich welcher Weg?
Als Faustregel: Je länger dein Anlagehorizont und je teurer dein aktueller Vertrag, desto stärker spricht alles für die Übertragung ins Altersvorsorgedepot. Je näher die Rente und je besser die Konditionen deines Bestandsvertrags, desto eher lohnt das Behalten. Dazwischen entscheidet der Einzelfall – deine Vertragskosten, die Garantien, deine Steuersituation und deine Risikobereitschaft.
Dein Weg zum Altersvorsorge-Depot
Im AV-Depot-Workshop gehen wir gemeinsam durch Anbieterwahl, ETF-Auswahl und den Riester-Wechsel – Start Ende 2026, damit du ab Januar 2027 loslegen kannst. Trag dich unverbindlich ein und erfahre als Erstes, wann es losgeht.