Ratgeber

Altersvorsorgedepot mit Kindern: So holen Familien die maximale Förderung

Wenn es eine Gruppe gibt, für die sich das Altersvorsorgedepot ab 2027 fast immer rechnet, dann sind es Familien. Der Grund ist die neue Kinderzulage – sie macht aus kleinen Sparbeträgen die höchste Förderquote, die es im deutschen Vorsorgesystem gibt.

Die Kinderzulage: 300 € pro Kind – schon ab 25 € im Monat

Für jedes Kind, für das du Kindergeld beziehst, gibt es 300 € Zulage pro Jahr. Das Besondere an der neuen Regelung: Die volle Kinderzulage bekommst du bereits ab einem Eigenbeitrag von 25 € im Monat (300 € im Jahr) – die Förderung beträgt hier 100 Prozent deines Beitrags. Du zahlst 300 € ein, der Staat legt 300 € dazu. Bei zwei Kindern kommen auf dieselben 300 € Eigenbeitrag sogar 600 € Kinderzulage – plus die Grundzulage obendrauf.

Rechenbeispiel: Familie mit zwei Kindern

Nehmen wir eine Mutter mit zwei Kindern, die 150 € im Monat (1.800 € im Jahr) ins Altersvorsorgedepot einzahlt:

Und das alles fließt mit ins Depot und wird über die Jahre mitverzinst – steuerfrei in der Ansparphase (alle Steuervorteile im Detail). Selbst wer nur die 25 € im Monat aufbringt, verdoppelt sein Geld durch die Zulagen sofort. Die Zulagen sind an den Kindergeldbezug gekoppelt – sie laufen also so lange, wie du für das Kind Kindergeld erhältst.

Bonus für junge Eltern: der Berufseinsteiger-Bonus

Wer vor dem 25. Geburtstag ein Altersvorsorgedepot eröffnet, bekommt zusätzlich einmalig 200 €. Junge Familien können also gleich doppelt profitieren – und haben obendrein den längsten Anlagehorizont, auf dem der Zinseszins arbeiten kann.

Und für die Kinder selbst? Die Frühstartrente

Zusätzlich zum Altersvorsorgedepot hat der Bundestag die Frühstartrente beschlossen: Der Staat zahlt für jedes Kind ab dem sechsten Geburtstag 10 € monatlich in einen eigenen Altersvorsorgedepot-Vertrag ein – bis zum 18. Geburtstag und unabhängig vom Einkommen der Eltern. Den Anfang macht der Jahrgang 2020, danach kommt jedes Jahr der nächste Jahrgang der Sechsjährigen dazu.

Den Vertrag eröffnen die Eltern. Tun sie es nicht, sammelt der Staat die Beiträge zunächst in einem eigenen Sondervermögen, aus dem der Anspruch später in einen eigenen Vertrag überführt werden kann. Zuzahlen dürfen Eltern und Großeltern ebenfalls. Zwei Dinge solltest du wissen: Das Geld ist bis zum 65. Geburtstag gebunden, und die Erträge bleiben bis zum Beginn der Auszahlungsphase steuerfrei. Wer früher an das Geld seines Kindes will, ist mit einem normalen Junior-Depot flexibler – die Frühstartrente ersetzt das also nicht, sie kommt dazu.

Was Familien jetzt tun sollten

Bis zum Start am 1. Januar 2027 heißt es: rechnen und vorbereiten. Prüfe, ob ein bestehender Riester-Vertrag übertragen werden sollte – gerade Familien-Riester mit Kinderzulagen sind Kandidaten für den Wechsel – die Optionen vergleiche ich im Artikel Riester ins Altersvorsorgedepot übertragen. Und plane deinen Eigenbeitrag so, dass du mindestens die 25 € pro Monat für die volle Kinderzulage sicherst. Wie hoch deine Förderung mit deiner Kinderzahl konkret ausfällt, zeigt dir der Altersvorsorgedepot-Rechner in einer Minute. Mehr geht immer – aber diese erste Stufe ist die mit Abstand lukrativste.

Dein Weg zum Altersvorsorge-Depot

In der Honorarberatung zum Altersvorsorge-Depot klären wir gemeinsam, ob es sich für dich lohnt, wie viel du sinnvoll einzahlst, welcher Anbieter passt und was aus deinem Riester-Vertrag wird – unabhängig und ohne Provisionen.

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